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Wildblumen und Stauden

Aster ageratoides

Abbildung 1 Aster ageratoides „Ezo Murasaki“

In meinem Garten wachsen nicht alle Astern zufriedenstellend. Ich mag diese spätblühenden Stauden sehr. Doch die schönen Sorten der Glattblattastern und der Myrthenastern werden immer kleiner und verschwinden nach wenigen Jahren wieder. Die Sorten der Aster ageratoides sind dagegen dankbar und wüchsig.

Recht hoch wachsend und in einem schönen Violett blühend ist die Sorte Ezo Murasaki im Oktober und November ein Blickfang im Kiesbeet (Abbildung 1). Im September zeigen sich erst einzelne violette Sterne. Da stehen viele andere Astern bereits in Hochblüte. Ab Mitte Oktober kann ich von dieser Aster wunderschöne Sträuße schneiden.

Abbildung 2 Aster ageratoides „Adustus Nanus“

Die zweite wuchskräftige Sorte ist ein Asternzwerg. Aster ageratoides „Adustus Nanus“ (Abbildung 2) wird kaum höher als 20 cm. Doch schon im Juli beginnt diese Staude hunderte zartviolette Sternchen zu öffnen und hört erst im Oktober damit auf. Sie breitet sich im Kiesbeet langsam nach allen Seiten aus. Trockenheit im Sommer stört diese anspruchslose Pflanze nicht. Sie bildet eine Menge kugeliger Samenbüschel (Abbildung 3).

Abbildung 3 Aster ageratoides „Adustus Nanus“ im November

Die Sorten der Aster ageratoides stehen bei mir im sonnigen, trockenen Kiesbeet. Angeblich würden sie auch im Halbschatten noch gedeihen. Das habe ich noch nicht probiert.

Von Insekten werden sie seltener besucht als die alte weiße „Sterndlaster“ aus Tribuswinkel und deren wüchsige Sämlinge. Schwebfliegen mögen die Ageratoides-Sorten, Bienen oder Hummeln sehe ich kaum auf ihnen.

Bilder von Aster ageratoides Ezo Murasaki

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Zyklame

Cyclamen purpurascens

Abbildung 1 Blüten der einheimischen Zyklame (Cyclamen purpurascens)

Eine kurze Information zu diesem duftenden kleinen Knollengewächs findet ihr auf Wikipädia (Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) (Abbildung 1). Es ist eine heimische Wildpflanze, ich begegne den duftenden Blüten bei Wanderungen im August im Semmeringgebiet. Meine Mutter hat sie immer Zyklame genannt, den Namen „Alpenveilchen“ kenne ich erst aus Büchern. In meinem Garten habe ich Jahre gebraucht, bis ich sie erfolgreich angesiedelt hatte. Die Grundvoraussetzung ist kalkhaltiger Boden, den habe ich ja eigentlich. Aber es darf dort nichts anderes wachsen, da sind diese Blümchen sehr empfindlich. Der Standort, an dem meine Zyklamen nun gedeihen und sich vermehren (Abbildung 2), ist ein sommerschattiger Bereich unter meiner riesigen Rosa multiflora. Dort ist es in den warmen Monaten stockdunkel und sehr trocken, das taugt nur wenigen Pflanzen. Daher ist dieser Platz gerade richtig für diese kleine, wenig durchsetzungskräftige Pflanze. Diese geringe Durchsetzungskraft sieht man ihr nicht an, wenn die riesigen Knollen aus der Baumschule ankommen. Aber sie verschwindet bei mir im Garten bald, wenn kräftigere Stauden sie überwachsen.

Abbildung 2 Nach Jahren endlich blühfreudige Zyklamen

Im Gegensatz zu der aus südlicheren Gefilden stammenden efeublättrigen Zyklame (Cyclamen hederifolium, hier der Link zur Wikipädiaseite) ist die europäische Zyklame herrlich duftend, besitzt rundlichere Blätter, blüht schon im August und beginnt mit dem Treiben der neuen Blätter auch schon im August.

Das Laub treibt ab August frisch aus, es bildet einen wintergrünen, interessant gezeichneten Teppich unter meinem dann blattlosen Rosenstrauch (Abbildung 3). Es mischen sich bei mir die Blätter der europäischen und der efeublättrigen Zyklamen, von zweiter Art habe ich mir eine weißblühende Variante gekauft, die allerdings später blüht als die heimische Zyklame.

Abbildung 3 Zyklamenblätter im Jänner

Ich weiß nicht, ob ich sie euch als Gartenblume empfehlen soll. Ich liebe sie heiß, ihren Duft, ihre schönen Blätter im Winter, ihre zyklamenfarbigen Blüten als Zeichen, dass der Sommer dem Ende zugeht. Aber sie ist nicht ganz einfach in der Pflege – immer wieder muss ich sie vor anderen Wildpflanzen retten, die in ihrer ohnehin so unwirtlichen Umgebung auch einen Platz haben wollen und sie dann überwuchern.

Fotos von Zyklamen zum Durchblättern

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Palmblatt-Schneerose

Helleborus foetitus

Abbildung 1 Blühende Palmblatt-Schneerose

Eine Schneerosenart, die im Februar mit dem Blütenansatz beginnt, ist Helleborus foetitus, die Palmblattschneerose (Abbildung 1). Sie wird auch „stinkende Nieswurz“ genannt. Doch sie stinkt nicht grausam, die Blätter riechen beim Zerreiben stark, aber nicht unangenehm. Ich finde den Namen „Palmblatt-Schneerose“ viel passender, da die dunkelgrünen, gefingerten Blätter das ganze Jahr ein Schmuck des Gartens sind.

Sie ist gegenüber Helleborus niger unterlegen, was die Schönheit der Blüten betrifft. Die Palmblattschneerose blüht mit Massen von kleinen, hellgrünen, hängenden Blüten.

Unter dem Marillenbaum, hinter dem toten Ast am Boden, vor den Sonnenaugen, hat sich die Kolonie angesiedelt. Sie ist das ganze Jahr über attraktiv (Abbildung 2 bis 4).

Abbildung 2 Palmblattschneerose im Dezember unter Schnee
Abbildung 3 Die Palmblattschneerosen im März
Abbildung 4 Die Palmblattschneerosen (im Vordergrund) im Juli

Bei mir im Garten haben sich die Palmblattschneerosen als gute Eltern erwiesen. Man könnte sie auch als ziemlich vermehrungsfreudig bezeichnen. Im unmittelbaren Umfeld kommen viele kleine Jungpflanzen hoch (Abbildung 5). Ich versetze sie an andere, noch wenig gestaltete Stellen im trockenen Schatten, die ein schönes, bodendeckendes Grün gut vertragen können. Da es jetzt schon reicht mit den Sämlingen, entferne ich die abgeblüten Triebe im Biomüll, bevor sich die Samenkapseln öffnen.

Abbildung 5 Sämlinge der Palmblattschneerose

Fotos der Palmblattschneerose

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Korsische Nieswurz

Helleborus argutifolius

Abbildung 1 Helleborus argutifolius, die korsische Nieswurz

Eine Nieswurzart, die sich in meinem Garten sehr wohlfühlt und von Jahr zu Jahr langsam ausbreitet, ist die korsische Nieswurz, Helleborus argutifolius (Abbildung 1). Sie blüht erst ab März, dann bis in den Mai hinein (Abbildung 4). Sie ist in sehr kalten Wintern beleidigt, verträgt längeren Frost bei etwa -10°C nicht und zeigt danach braune Blätter. Als ganz schlecht hat sich erwiesen, wenn ich sie im Winter stütze. Sie will sich bei Frost hinlegen dürfen (Abbildung 2). Das erlaube ich ihr jetzt. Daher überleben die Stöcke den Winter jetzt immer gut, was wichtig für die Blüten ist.

Abbildung 2 Bei Frost will sich die korsische Nieswurz hinlegen.

Im Gegensatz zu Helleborus niger blüht diese Art an langen, beblätterten, dicken Stielen, die im Sommer davor wachsen. Nach der Blüte schneide ich die unansehlichen alten Triebe ab. Es treiben im Sommer dicke neue Triebe mit den typischen stacheligen Blättern aus der Erde.

Die Blüten finde ich schön, sie sind grün und haben eine exquisite Form (Abbildung 3). Sie sind bei Hummeln sehr beliebt.

Abbildung 3 Blüte mit Hummelbesuch

Doch sie haben einen Nachteil: Sie stinken nach Knoblauch, und das ziemlich intensiv. Ich muss mich gar nicht zu den Blüten hinunterbeugen, um den Geruch wahrzunehmen. Knoblauch ist einer der Gerüche, die ich neben den angenehmen Düften vieler Blüten in meinem Garten willkommen heiße, daher darf sie bleiben.

Fotos der korsischen Nieswurz

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Netzblattpfingstrose

Abbildung 1 Netzblattpfingstrose, blühend, im Kiesbeet

Welch auffallende Pflanze, mit einem eher holprigen deutschen Namen (Netzblatt-Pfingstrose), aber einem wohlklingenden botanischen Namen: „Paeonia tenuifolia“. Sie ist eine in Europa heimische Wildpflanze, allerdings wächst und blüht sie nicht bei uns in Österreich, sondern weiter östlich, von Bulgarien bis zur Ukraine, und dann weiter nach Asien hinein bis Kasachstan. Es gibt in der englisch-sprachigen Wikipädia (https://en.wikipedia.org/wiki/Paeonia_tenuifolia) ein erstaunliches Foto einer riesigen Fläche mit blühenden Netzblattpfingstrosen in der russischen Steppe. Es sieht fast aus wie eine blühende Klatschmohnwiese, aber edler, da die leuchtend roten Blüten auf einem Meer feiner hellgrüner Blätter schweben.

Bei mir im Garten befindet sich nur ein Stock dieser Pflanze, aber wenn sie als erste Pfingstrose schon Mitte April blüht, ist ihr die Aufmerksamkeit sicher (Abbildung 1). Sie steht im Kiesbeet, als einzige meiner Pfingstrosen, und fühlt sich dort sichtlich wohl.

Sie teilt sich während ihrer Blüte den Platz mit zwei heimischen Wildpflanzen, der Kuhschelle und der Waldanemone. Farblich ist sie dabei sicher die auffallendste Pflanze (Abbildung 2).

Abbildung 2 Netzblattpfingstrose hinter Kuhschelle und Waldanemone im Kiesbeet

Wie bei vielen Pfingstrosen ist der Austrieb im Frühling einen Blick wert (Abbildung 3). Die feinen Blätter sind zu Beginn bronzefarben und bilden schon kurz nach dem Austrieb runde Blütenknospen, die aussehen wie kleine Murmeln, die oben auf den Blättern getragen werden.

Abbildung 3 Austrieb der Netzblattpfingstrose im März

Wie die späteren Pfingstrosenblüten auch, sind die Blüten der Netzblattpfingstrose Insektenmagneten. Wildbienen und Hummeln besuchen sie (Abbildung 4), und auch der Trauerrosenkäfer findet hier ein üppiges Mahl (Abbildung 5).

Abbildung 4 Wildbiene und Hummel an Pfingstrosenblüte
Abbildung 5 Trauerrosenkäfer fressen an den Pollen der Netzblattpfingstrose

Die Netzblattpfingstrose ist in diesem trockenen, sonnigen Gartenteil eine sehr dankbare Gartenpflanze. So kommt sie ohne Gießen durch den heißen Sommer, allerdings zieht sie dann schon im August ein, die Blätter werden dürr und sie verschläft das restliche Jahr unter der Erde. Sie fühlt sich dabei nicht unwohl, was der fröhliche Austrieb im Frühling zeigt, der Jahr für Jahr üppiger wird.

Fotos der Netzblattpfingstrose zum Durchblättern

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Turkestanische Tulpe

Tulipa turkestanica

Abbildung 1 Tulipa turkestanica mit mehreren Knospen an einem Blütenstiel

Die kleine Wildtulpe „Tulipa turkestanica“ ist eine winzige und – vor allem aus der Nähe betrachtet – ausgesprochen hübsche Tulpe. Es ist eine Wildpflanze aus dem asiatischen Tian Shan (dem „Himmelsgebirge). Sie blüht als eine der ersten Tulpen schon im März. Ihre Blütenstängel tragen oft mehrere Blüten (Abbildung 1). Manchmal erinnert sie fast an eine weiße Glockenblume, wenn sie gerade beginnt, die hängenden Knospen zu öffnen.

Sie war in meinem Garten nicht leicht anzusiedeln. Selbst im Kiesbeet ist sie von anderen, stärker wachsenden Pflanzen verdrängt worden. Erst als ich die kleine Tulpe in das Irisbeet übersiedelt habe, wo ich im Spätherbst recht radikal alle Planzen außer der Iris jäte (die Tulpe schläft zu dieser Zeit als Zwiebel unter der Erde), wurde sie so richtig heimisch. Dort kommt sie nun jedes Jahr verlässlich wieder und sät sich sogar aus. Doch bis die winzigen, grasartigen Sämlinge (Abbildung 2) zu blühen beginnen, vergeht wohl noch einige Zeit.

Abbildung 2 Zu Füßen der kleinen Wildtulpe sprießen winzige Sämlinge aus dem Boden

Die Tulpe bildet nach der Blüte recht hübsche Samenstände (Abbildung 3). Ich lasse diese Samenstände stehen, die Tulpe blüht trotzdem im nächsten Jahr wieder.

Abbildung 3 Samenstände der turkestanischen Tulpe Ende April

Ich mag diese kleine Tulpe sehr, es ist eine Freude, wenn sie bereits im März ihre Blüten als eine der ersten Tulpen öffnet. Doch waren mehrere Anläufe notwendig, um sie dauerhaft in den Garten zu bekommen. Zuerst habe ich jedes Jahr im Herbst frische Zwiebelchen nachsetzen müssen. Nun ist sie in meinem Garten angekommen. Der trockene und beikrautfreie Platz hat sich als wichtig erwiesen, endlich kommt sie Jahr für Jahr zuverlässig wieder.

Fotos von Tulipa turkestanica

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Botanische Krokusse

Abbildung 1 Mischung von botanischen Krokussen und Primeln im bunten Frühlingsbeet

Es ist jedes Jahr Ende Februar ein Fest, wenn die Krokusse aus dem Boden drängen und dann bis Ende März Flecken bunter Blüten den Garten schmücken. Ich habe in meinem Garten vor allem die botanischen Krokusse angesiedelt. Teilweise sind dies bunte Mischungen (Abb. 1), die, im Herbst als Knöllchen gekauft, recht billig sind und trotzdem Frühlingsgefühle wecken, wenn sie im März in Flecken oder Streifen auf den Wiesen und in den Beeten blühen. Aber auch einfarbige Gruppen setzte ich in die Krokuswiese. Ein Lieblingskrokus von mir ist die weißblühende Sorte Crocus chrysanthus „Ard Schenk“ (Abb. 2): er blüht nicht bloß eine Woche, wie die meisten anderen Krokusse, sondern mindestens zwei Wochen lang; und er kommt sehr dankbar viele Jahre lang immer wieder mit vielen Blüten, wenn ihm ein Platz zusagt.

Abbildung 1 Krokus „Ard Schenk“

Eine sehr hübsche Sorte ist auch der dunkelviolette „Ruby Giant“ (Abb. 1, 3, 4), gar nicht gigantisch, sondern sehr lieblich. Er blüht eher spät, wenn die anderen Krokusse bereits im Verblühen sind, und verlängert damit die Blütezeit in der Krokuswiese (Abb. 4).

Abbildung 3 Krokuswiese Anfang März: „Ard Schenk“, „Ruby Giant“, „Tricolor“, „Prins Claus“
Abbildung 4 Krokus „Ruby Giant“ gegen Ende der Krokussaison Mitte März

Angeblich, aber vielleicht auch nicht, ist Ruby Giant eine Zuchtsorte des Elfenkrokus (Crocus tommassinianus). Der Elfenkrokus ist auf jeden Fall noch zierlicher, hat deutlich weniger Laub während der Blüte und ist viel heller (Abbildung 5) als meine bisherigen Ruby Giants.

Abbildung 5 Elfenkrokus

Eine auffällige Sorte ist Crocus sieberi ssp. sublimis „Tricolor“ (Abb. 7), dessen Blütenblätter oben violett sind, der aber im unteren Teil einen weißen Kreis und einen gelben Fleck besitzt.

Abbildung 7 Krokus „Tricolor“

Zuletzt möchte ich noch eine schöne zweifärbige Sorte vorstellen, Crocus chrysanthus „Prins Claus“, weiß mit violetter Außenseite (Abb. 8). Er blüht bei mir leider nur sehr kurz, aber er gehört sicher zu den schönsten kleinen Krokussen.

Abbildung 8 Krokus „Prins Claus“

Was ich lange nicht wusste: dass die zwiebelähnlichen Knollen keine „Blumenzwiebeln“ sind und der Krokus zu den Schwertliliengewächsen gehört. Aus den alten Knollen wachsen neue Knollen, die dann in den nächsten Jahren die Blätter und Blüten treiben.

Wildkrokusse Galerie

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Schneeglöckchen

Abbildung 1 Schneeglöckchen im Februar

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), liebevoll auch Schneeglöckerl genannt, sind in meinem Garten keine ganz unproblematischen Pflänzchen. Aus dem Garten meines Großvaters als kleiner Stock übersiedelt, sind sie schon viele Jahre hier zu Hause. Zuerst wuchsen sie unter dem Birnbaum, aber der ist eingegangen, und nun stehen sie unter der Rosa multiflora als Schattenspenderin. Zehn Jahre lang haben sie sich Jahr für Jahr brav vermehrt, bis ich einen schönen Fleck von etwa 100 Stück im Februar oder März bewundern durfte.

Abbildung 2 März 2008, ein hübscher Fleck Schneeglöckchen

Dann wurden sie aus mir unterklärlicher Ursache Jahr für Jahr weniger, suchten sich neue Plätze in der Sommerwiese bei der Rose Buff Beauty. Sie verschwanden nicht ganz, aber präsentierten sich nie wieder in solch schöner Menge.

Ich liebe aber Mengen von Schneeglöckerl, so wie sie bei uns in den Auen wachsen: ein Meer von Blüten, Tausende weiße Glöckchen, die den Winter verabschieden.

Abbildung 3 Heimische Schneeglöckchen in voller Blüte

So habe ich versucht, neben dem heimischen Schneeglöckerl (Galanthus nivalis) auch andere im Handel leicht erhältliche Arten anzusiedeln. Vor vier Jahren habe ich es mit dem Woronow-Schneeglöckchen versucht. Aber Galantus woronowii hat sich nicht als wüchsige Alternative erwiesen. Von 10 gepflanzten Zwiebelchen haben drei ausgetrieben und eines der Pflänzchen blüht seit drei Jahren. Die anderen beiden bilden nur Blattrosetten, aber so richtig zufrieden mit dem Standort sind sie nicht, von Vermehren keine Spur.

Abbildung 4 Galanthus woronowii

Mein starker Wunsch nach einem Meer blühender Schneeglöckchen hat dazu geführt, dass ich im Herbst 2020 bei Bulbi 100 Stück gekauft und beim kleinen Apfelbaum gepflanzt habe. Die große Enttäuschung: geblüht hat davon nur eine. Die restlichen haben zwar gut ausgetrieben, aber sie zeigen nur ihr schönes, blaugrünes Laub ohne Blüten (Abbildung 6).

Abbildung 6 Die neu gepflanzten Schneeglöckchen im März 2021 ohne Blüten

Doch ich freue mich schon auf das nächste Jahr. Da werden sie dann hoffentlich den gewünschten weißen Fleck mit 100 Glöckchen zeigen.

Februar 2022 – Februar 2024

…. Wie schnell die Jahre vergehen. Unter dem Apfelbäumchen drängen die vor eineinhalb Jahren gesetzten Schneeglöckchen ans Licht – und zeigen schon viel mehr Blüten als im Vorjahr!

Ich pflücke einige der hübschen Blüten für die Vase. Überraschung! Sie sind gefüllt, und sie duften! Ganz normale heimische Schneeglöckchen sind das nicht. Aber ich bin trotzdem sehr glücklich, dass ich jetzt eine duftende Schneeglöckchen-Sorte im Garten habe.

Abbildung 8 Die gefüllten Schneeglöckchen in der Vase

Nun blühen sie verlässlich jedes Jahr (Abbildung 9).

Abbildung 9 Die Schneeglöckchen im Jahr 2024

Schneeglöckchen Galerie

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Schneerose

Helleborus niger

Abbildung 1: Helleborus niger, die heimische Schneerose

Winter ist es im Garten. Das bedeutet in der Regel: keine Blüten. Ausnahmen bestätigen diese unerfreuliche Regel. So beginnen in meinem Garten ab Dezember die verschiedenen Schneerosen zu blühen. Es beginnt mit der heimischen Schneerose (hier der Link zur Wikipädiaseite Helleborus niger), die schon ab Dezember Blütenknospen (Abbildung 1) zeigt. Ganz sicher bin ich mir nicht, ob es sich bei meinen drei Stöcken wirklich um die gleiche Art handelt, die im Bereich von Schneeberg und Rax in den Wäldern blüht. Der eine Stock, der früheste von allen, trägt auf einem Blütenstiel jeweils noch eine zweite Blütenknospe. Das kenne ich aus den Wäldern im Raxgebiet nicht von den dort blühenden Pflanzen. Allerdings: Das Laub sieht sehr „echt“ aus, es ist ledrig und dunkelgrün, liegt eher am Boden als aufrecht zu stehen, die Zähne am Blattrand zeigen nach vorne, wie es bei der bei uns heimischen Unterart Helleborus niger subsp. niger üblich ist.

Abbildung 2 Zart rosafarbene Schneerosenknospen

Der zweite Stock trägt rosafarben angehauchte Blüten (Abbildung 2). Auch dieser blüht schon sehr früh im Jänner und Februar und besitzt die schönen dunkelgrünen Blätter, die ich aus den Wäldern von der Wildart kenne. Insgesamt würde ich diese Stöcke, die mich schon viele Jahre erfreuen und jetzt langsam größer werden und sich sogar aussamen, als Helleborus niger akzeptieren.

Abbildung 3 Schneerosen im Februar

Ab Mitte Dezember kann ich jede Woche ein paar Blüten für die Vase mitnehmen. Wenn sie an einem frostfreien Tag geschnitten werden, die Stiele unten etwa 1cm tief eingeschnitten werden und sie in einem nicht zu trockenem Raum stehen, halten sie gut zwei Wochen.

Im März sind die Verblühten noch immer hübsch, da die weißen Kelchblätter (die bei dieser Pflanze wie Blütenblätter aussehen) lange erhalten bleiben, sich sanft rosa oder grünlich verfärben und gar nicht dürr wirken (Abbildung 4). In der Mitte der Blüte erscheinen schon die Samenkapseln, und trotzdem scheint die Schneerose noch nicht „verblüht“ zu sein.

Abbildung 4 verblühte Schneerosen im März

Fotos von Schneerosen zum Durchblättern

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Gelbrote Taglilie

Abbildung 1 Gelbrote Taglilie im Schatten des Nussbaums

Die gelbrote Taglilie (Hemerocallis fulva „Europa“, hier ein Link auf eine gute englischsprachige Seite zur Geschichte dieser Taglilie: https://plantcaretoday.com/hemerocallis-fulva.html) ist ein dankbarer Gartenschatz. Sie hat zum Ende der Rosenhauptblüte ihren großen Auftritt, Ende Juni, Anfang Juli. Dann leuchtet sie bei mir aus den halbschattigen Teilen des Gartens heraus, jedes Jahr in größerer Zahl (Abbildung 1).

Es ist nicht zu verheimlichen: sie breitet sich langsam, aber ständig seitwärts aus und braucht Jahr für Jahr mehr Platz. Ich finde die Blüten wunderschön, das gedeckte und trotzdem lebhafte Orange hebt sich prächtig vom satten Grün der Blätter ab.

Abbildung 2: Gelbrote Taglilie frisch erblüht am Morgen

Frisch erblüht leuchten die Kelche in kräftigem Orange (Abbildung 2), im Lauf des Tages wird die Farbe etwas blasser, besonders wenn der Tag heiß und sonnig war (Abbildung 3).

Abbildung 3 Gelbrote Taglilie etwas verblasst am späteren Nachmittag

Die Blüten werden auf hohen Stielen getragen. Jeder Stiel besitzt mehrere Knospen, die sich über ein bis zwei Wochen öffnen, immer für etwa einen Tag. Ordnungsliebene Menschen knipsen die welken Blüten ab, sobald sie unansehlich werden. Von selbst fallen sie erst nach zwei, drei Tagen ab. Früchte bilden sich keine, die europäische Variante der gelbroten Taglilie vermehrt sich nur über Rhizome.

Die gelbrote Taglilie ist nicht nur während ihrer Blütezeit ein hübscher Anblick. Von April bis Juli schmückt sie sich mit gelbgrünem Laub. die Blätter sind schwertförmig, werden bis zu einem Meter lang und ein bis drei Zentimeter breit. Sie hängen bogenförmig nach außen. Im April sind die jungen, noch kurzen Blätter eine schöne Ergänzung zu den Narzissenblüten (Abbildung 4).

Abbildung 4 Frischgrünes Laub im April, schöner Hintergrund für Narzissen

Ab August beginnt das Laub zu welken, die Pflanzen sind dann strohfarben und nicht mehr attraktiv (Abbildung 5).

Abbildung 5 Welkes Taglilienlaub vor der Herzlilie

Falls das sehr stört, können die welken Blätter entfernt werden. Es tut der Pflanze aber gut, wenn das Laub liegen bleibt, und über die Jahre eine dicke Humusschicht daraus gebildet wird. Unkraut kommt kaum dazwischen auf. Ab September treibt die Pflanze nochmals kleine grüne Triebe aus dem vergehenden Laubteppich.

Fotos von Hemerocallis fulva