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Wildblumen und Stauden

Netzblattpfingstrose

Abbildung 1 Netzblattpfingstrose, blühend, im Kiesbeet

Welch auffallende Pflanze, mit einem eher holprigen deutschen Namen (Netzblatt-Pfingstrose), aber einem wohlklingenden botanischen Namen: „Paeonia tenuifolia“. Sie ist eine in Europa heimische Wildpflanze, allerdings wächst und blüht sie nicht bei uns in Österreich, sondern weiter östlich, von Bulgarien bis zur Ukraine, und dann weiter nach Asien hinein bis Kasachstan. Es gibt in der englisch-sprachigen Wikipädia (https://en.wikipedia.org/wiki/Paeonia_tenuifolia) ein erstaunliches Foto einer riesigen Fläche mit blühenden Netzblattpfingstrosen in der russischen Steppe. Es sieht fast aus wie eine blühende Klatschmohnwiese, aber edler, da die leuchtend roten Blüten auf einem Meer feiner hellgrüner Blätter schweben.

Bei mir im Garten befindet sich nur ein Stock dieser Pflanze, aber wenn sie als erste Pfingstrose schon Mitte April blüht, ist ihr die Aufmerksamkeit sicher (Abbildung 1). Sie steht im Kiesbeet, als einzige meiner Pfingstrosen, und fühlt sich dort sichtlich wohl.

Sie teilt sich während ihrer Blüte den Platz mit zwei heimischen Wildpflanzen, der Kuhschelle und der Waldanemone. Farblich ist sie dabei sicher die auffallendste Pflanze (Abbildung 2).

Abbildung 2 Netzblattpfingstrose hinter Kuhschelle und Waldanemone im Kiesbeet

Wie bei vielen Pfingstrosen ist der Austrieb im Frühling einen Blick wert (Abbildung 3). Die feinen Blätter sind zu Beginn bronzefarben und bilden schon kurz nach dem Austrieb runde Blütenknospen, die aussehen wie kleine Murmeln, die oben auf den Blättern getragen werden.

Abbildung 3 Austrieb der Netzblattpfingstrose im März

Wie die späteren Pfingstrosenblüten auch, sind die Blüten der Netzblattpfingstrose Insektenmagneten. Wildbienen und Hummeln besuchen sie (Abbildung 4), und auch der Trauerrosenkäfer findet hier ein üppiges Mahl (Abbildung 5).

Abbildung 4 Wildbiene und Hummel an Pfingstrosenblüte
Abbildung 5 Trauerrosenkäfer fressen an den Pollen der Netzblattpfingstrose

Die Netzblattpfingstrose ist in diesem trockenen, sonnigen Gartenteil eine sehr dankbare Gartenpflanze. So kommt sie ohne Gießen durch den heißen Sommer, allerdings zieht sie dann schon im August ein, die Blätter werden dürr und sie verschläft das restliche Jahr unter der Erde. Sie fühlt sich dabei nicht unwohl, was der fröhliche Austrieb im Frühling zeigt, der Jahr für Jahr üppiger wird.

Fotos der Netzblattpfingstrose zum Durchblättern