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Rosen

Graham Thomas

Abbildung 1 Graham Thomas

Was ist mit dieser Rose los? Sie wird in meinen Rosenbüchern als „beste englische Rose“ gelobt. Sie war 2009 „Weltrose“. Die Blüte ist wunderschön, gefüllt und schalenförmig wie eine Bourbonrose, aber in sanftem Dottergelb (Abbildung 1) statt in Rosa. Sie hat einen starken Duft, der neben einem rosigen Hintergrund tatsächlich eine würzige Teenote zeigt. Sie blüht im Juni überreich und blüht bis zum Herbst immer wieder nach.

Und trotzdem: Graham Thomas ist teilweise nicht mehr im Handel. Wenn ich meinen alten Rosenstrauch ansehe, frage ich mich: Baut diese Rose ab, wie es manchmal mit Züchtungen passiert? Wird sie empfindlicher oder wächst sie schwächer? Mein Strauch treibt jedes Jahr im Frühling stark aus, das hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass er etwas schattig steht (noch schlimmer: unter dem Nussbaum). Er bildet eher weiter oben, an den Spitzen der Triebe, eine schöne Menge gelben Blüten, leuchtend vor dem schattigen Teil des Gartens hinter ihr (Abbildung 2).

Abbildung 2 Graham Thomas bildet einen schönen, eher aufrechten Strauch.

Das hat sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert. Abbildung 3 zeigt den Rosenstrauch im Vorjahr, er ist zwar nicht mehr größer geworden, aber er ist nach wie vor ein Lichtblick in diesem Teil des Gartens. Von Anfang an war er etwas empfindlich für Sternrußtau, das hat er mit seiner Elternsorte Schneewittchen gemeinsam. Die Blätter werden im Sommer, nach der ersten Blüte befallen, der Strauch treibt aber schnell wieder frisches Laub nach.

Abbildung 3 Graham Thomas nach zehn Jahren im Halbschatten des Nussbaums

Ich kann sie daher nach wie vor nur empfehlen: eine sehr dankbare, sehr schöne duftende Rose, die sich auch zwei, drei Tage in der Vase hält (zumindest länger als die Moschata-Hybriden, die sich eher als Gartenschmuck denn als Vasenschmuck bewähren).

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Rosen

Honorine de Brabant

Abbildung 1 Honorine de Brabant

Die schöne Bourbonrose „Honorine de Brabant“ ist eine mehrfarbige, rosa und weiß gestreifte Rose. Die Blüten duften köstlich fruchtig-rosig. Sie stehen oft in Büscheln und sind vor allem kurz nach dem Aufgehen ein sehr hübscher Anblick (Abbildung 1). Später verblassen sie und verstecken sich etwas in dem dichten, hellgrünen Laub.

Abbildung 2 Die beiden Bourbonrosen Louise Odier (links) und Honorine de Brabant (rechts)

Der Rosenstrauch steht seit fast zwanzig Jahren vor dem kleinen Holzhaus in meinem Garten an der Westseite, gemeinsam mit einer zweiten Bourbonrose (Abbildung 2). Im Frühjahr schneide ich ihn auf etwa die Hälfte (auf junge Triebe) zurück und entferne ab und zu alte Triebe unten am Boden. Der Strauch wird vom großen Marillenbaum etwas beschattet und bildet wahrscheinlich deshalb nach der ersten Blüte lange Triebe, die nur an der Spitze im Herbst nochmals späte Blüten ansetzen. So richtig dauerblühend zeigt sich der Strauch unter diesen Bedingungen nicht. Die Blätter werden im Frühjahr von der Blattrollwespe befallen. Dies schadet der Vitalität des Strauches nicht, ist aber kein schöner Anblick. Sonst ist das Laub relativ gesund, im Sommer kann aber auch ein leichter Befall mit Sternrußtau auftreten. Der Stauch erwies sich als sehr winterhart, für eine Bourbonrose nicht selbstverständlich.

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Cornelia

Abbildung 1 Cornelia im Frühsommer

Die Moschata-Hybride Cornelia (Abbildung 1) ist wie Buff Beauty und Penelope eine ausgezeichnete Gartenrose. Sie bildet einen ausladenden, überhängenden Strauch. Dabei ist ihr ein halbschattiger Standort gerade recht, auch bezüglich des Bodens ist sie nicht heikel. Sie ist sehr gesund, trägt bis in den Herbst eine Fülle mittelgrünen Laubes und ist in meinem Garten gut winterhart. Zuerst hatte ich sie vor die alte Thujenhecke gesetzt (Abbildung 2). Selbst dort, im von den Thujen ausgezehrten Boden, wuchs sie mit eleganten Blütentrieben schon im zweiten Jahr zu einem hübschen kleinen Strauch.

Abbildung 2 Cornelia vor der Thujenhecke

Sie schien mir aber dann doch eher für einen Platz am naturbelassenen Hang geeignet, da die Blüten in Massen erscheinen, klein und halbgefüllt sind, und Bienen und Hummeln (und Rapskäfern) Nahrung bieten. Dort, so war der Plan, sollte sie einen zartrosafarbenen Gegenpart zur üppigen zartgelben Strauchrose Ghislaine de Feligonde bilden. Beide Rosen zeigen in ihren Blütenbüscheln ein Farbenspiel mit dunkleren Knospen und dann aufhellenden Blüten. Cornelia zeigt sich zuerst Rosafarben, oft mit einem Schuss Koralle, und verblasst an hellen Sonnentagen zu ganz hellem Porzellanrosa. Ghislaine beginnt mit gelb-orangen Knospen, verblasst über Hellgelb und Pfirsichfarben zu hellem Creme. Beide besitzen üppige gelbe Staubgefäße. Dass Ghislaine nicht als Strauchrose, sondern als üppiger Rambler anzusehen ist, wusste ich zu Beginn nicht so genau. Jetzt sind die beiden Rosen etwas ungleich in der Größe, aber das Bild ist durchaus ansprechend, wenn sie vor dem vielen Grün rechts und links von der Steinstiege im Juni um die Wette blühen (Abbildung 3).

Abbildung 3 Links Ghislaine de Feligonde, rechts Cornelia

Cornelia duftet hervorragend, deutlich stärker als Ghislaine de Feligonde. Ihr Duft ist rosig, doch mit würzigen Tönen und nicht zu süßlich. Ich gehe immer wieder zu ihr, um meine Nase in die Blütenbüschel zu tauchen und den Wohlgeruch zu genießen. Sie ist leider keine gute Schnittblume, die Blüten verwelken in der Vase rasch und erfreuen nur einen Tag.

Diese Rose blüht einmal in verschwenderischer Fülle, aber auch danach bildet sie immer wieder blütenbesetzte Triebe, bis in den November hinein, wenn der Nussbaum im Hintergrund bereits seine gelbe Herbstfärbung angenommen hat (Abbildung 4). In diesen weniger hellen Tagen sind ihre Blüten oft von deutlich kräftigerem Rosa.

Abbildung 4 Cornelia im späten Herbst

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Rosen

Rosa multiflora

Abbildung 1 Rosa multiflora in voller Blüte

Rosa multiflora, eine einmalblühende Wildrose, ist keine einheimische Rosenart, aber sie fühlt sich in meinem Garten sehr wohl und blüht jedes Jahr überschwänglich (Abbildung 1). Die kleinen Blüten sind bei den Hummeln sehr beliebt (Abbildung 2).

Abbildung 2 Hummelbesuch auf Rosa multiflora

Der Rosenstrauch ist sehr mächtig, er sendet jedes Jahr meterlange Triebe in alle Richtungen und muss regelmäßig zurückgeschnitten werden, damit er auf etwa 2-3 Meter Höhe und Umfang beschränkt bleibt (Abbildung 3).

Abbildung 3 Rosa multiflora beginnt bereits, längere Triebe auszuschicken

Der Strauch ist trotz seines ungestümen Wachstums eine meiner Lieblingsrosen, einerseits wegen des angenehmen Duftes während der Blütezeit und andererseits wegen der wunderschönen kleinen Hagebutten im Herbst (Abbildung 4).

Abbildung 4 Hagebutten der Rosa multiflora

Die Hagebutten halten lange (außer die Amseln sind einmal besonders schnell und futtern sie schon im November weg). Sie dienen mir als Schmuck für den Advent und für weihnachtliche Gestecke.

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Rosen

Rosa hugonis

Abbildung 1 Rosa hugonis, die Chinesische Goldrose

Die Chinesische Goldrose (Rosa hugonis, Abbildung 1) ist ein Schatz, weil sie so früh blüht. Noch sind Ende April nicht alle Tulpen verblüht, beginnt sie ihre gelben Blüten zu öffnen. Sie steht bei mir oben am Hang in der Wiese. Sie muss dort mit wenig Pflege auskommen: Im Frühling eine Schaufel Kompost, im Herbst die Entfernung allzu wild hineinwachsender Goldruten. Wasser bekommt sie vom Himmel oder holt es sich aus tiefen Erdschichten. Sie steht dort seit etwa zehn Jahren und ist nun zu einem großen, ausladenden Strauch herangewachsen (Abbildung 2 und 3).

Abbildung 2 Rosa hugonis im Mai 2016
Abbildung 3 Rosa hugonis im Mai 2021

Elegant lässt sie ihre mit hunderten kleinen Blüten besetzten Zweige in Bögen nach unten hängen (Abbildung 4). Ihr sanftes Gelb schlägt sich nicht mit dem Tulpengelb oder dem Gelb des über ihr blühenden Goldregens. Sie blüht nicht lange. Aber wenn sie verblüht, dann beginnen die ersten der anderen Rosenbüsche mit dem Blühen, und so ist es verschmerzbar.

Abbildung 4 Blütenbesetzte Zweige von Rosa hugonis

Sie duftet nur sehr leicht, aber angenehm, was ja von gelben Wildrosen nicht unbedingt zu erwarten ist. Insekten mögen ihre offenen Schalenblüten, vor allem die Rosenkäfer sind Anfang Mai sichtlich sehr zufrieden, dass sich endlich auch die ersten Rosenblüten öffnen (Abbildung 5 und 6). Im April haben sich die Rosenkäfer trotz ihres Namens mit dem Pollen von Birnenblüten und den Blüten einfacher Päonien zufrieden geben müssen.

Abbildung 5 Trauerrosenkäfer auf Rosa hugonis
Abbildung 6 Goldglänzender Rosenkäfer auf Rosa hugonis

Die feinen Fiederblättchen wirken selbst gegenüber den kleine Blüten noch sehr zierlich. Ich habe nicht gezählt, wie viele Fiederblättchen maximal so ein Blatt besitzt. Es sollen angeblich bis zu 13 sein, sieben bis neun sind es auf jeden Fall, sehr viele für eine Rose. Das Laub ist sehr gesund, es bedeckt den Strauch den ganzen Sommer lang. Im Herbst färbt es leicht rötlich, bevor es Ende Oktober abgeworfen wird (Abbildung 7).

Abbildung 7 Rosa hugonis im Herbst, mit leicht rötlichem Laub

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