
Was ist mit dieser Rose los? Sie wird in meinen Rosenbüchern als „beste englische Rose“ gelobt. Sie war 2009 „Weltrose“. Die Blüte ist wunderschön, gefüllt und schalenförmig wie eine Bourbonrose, aber in sanftem Dottergelb (Abbildung 1) statt in Rosa. Sie hat einen starken Duft, der neben einem rosigen Hintergrund tatsächlich eine würzige Teenote zeigt. Sie blüht im Juni überreich und blüht bis zum Herbst immer wieder nach.
Und trotzdem: Graham Thomas ist teilweise nicht mehr im Handel. Wenn ich meinen alten Rosenstrauch ansehe, frage ich mich: Baut diese Rose ab, wie es manchmal mit Züchtungen passiert? Wird sie empfindlicher oder wächst sie schwächer? Mein Strauch treibt jedes Jahr im Frühling stark aus, das hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass er etwas schattig steht (noch schlimmer: unter dem Nussbaum). Er bildet eher weiter oben, an den Spitzen der Triebe, eine schöne Menge gelben Blüten, leuchtend vor dem schattigen Teil des Gartens hinter ihr (Abbildung 2).

Das hat sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert. Abbildung 3 zeigt den Rosenstrauch im Vorjahr, er ist zwar nicht mehr größer geworden, aber er ist nach wie vor ein Lichtblick in diesem Teil des Gartens. Von Anfang an war er etwas empfindlich für Sternrußtau, das hat er mit seiner Elternsorte Schneewittchen gemeinsam. Die Blätter werden im Sommer, nach der ersten Blüte befallen, der Strauch treibt aber schnell wieder frisches Laub nach.

Ich kann sie daher nach wie vor nur empfehlen: eine sehr dankbare, sehr schöne duftende Rose, die sich auch zwei, drei Tage in der Vase hält (zumindest länger als die Moschata-Hybriden, die sich eher als Gartenschmuck denn als Vasenschmuck bewähren).
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