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The Pilgrim

Abbildung 1 „The Pilgrim“

Die Rose The Pilgrim (Abbildung 1) ist in meinem Garten eine der dankbarsten Rosen von David Austin. Sie wächst recht stark, die Triebe werden bis zwei Meter lang. Die Blätter sind relativ gesund, zumindest für eine englische Rose. Sternrußtau kann ab August auftreten und einzelne Zweige entblättern. Sie treibt aber rasch wieder frisch grün aus.

Abbildung 2 The Pilgrim zur Hauptblütezeit im Juni

Sie blüht sehr üppig im Juni (Abbildung 2) und ist bis November kaum jemals ohne Blüte. Die Blüten sind dicht gefüllt, in der Mitte zitronengelb und zum Rand hin zu creme verblassend. Sie riechen eigenartig, gar nicht nach Rose, angenehm, würzig, etwas nach Vanille, leicht erdig, nicht sehr intensiv; der Geruch verbreitet sich nicht im Garten, ist aber deutlich wahrnehmbar, wenn man an der Rose schnuppert.

Abbildung 3 Viele Knospen von The Pilgrim an einem Stiel

Die Knospen sind rundlich und zeigen bereits das Farbspiel der Blüten, wobei sie oft einen roten Hauch besitzen, der beim Öffnen der Blüte völlig zu verschwinden scheint. Doch dies nur, wenn man von vorne auf die Blüte schaut; auf der Rückseite der äußersten Blütenblätter bleibt ein rötlicher Schimmer sichtbar. An einem Stiel sind oft fünf oder sogar mehr Knospen (Abbildung 3). Da die Blüten sehr groß werden, breche ich einige der Knospen aus, damit die restlichen Blüten sicher aufgehen und sich nicht gegenseitig bedrängen.

Je nach Sonneneinstrahlung sind die Blüten manchmal etwas heller. Ich finde sie besonders schön, wenn sie nur einen Hauch von Gelb an der Basis zeigen (Abbildung 4).

Abbildung 4 Eine etwas hellere Blüte von The Pilgrim

Da ich mit dem ersten Rosenstock von The Pilgrim so viel Freude hatte, habe ich an den Rand der sonnigen Wiese, an den Zaun, einen zweiten Rosenstock dieser schönen Sorte gesetzt. Sie blüht dort etwas heller als oben am halbschattigen Hang (Abbildung 5).

Abbildung 5 The Pilgrim am Zaun

The Pilgrim blüht den ganzen Sommer bis weit in den Herbst hinein immer wieder an einzelnen Trieben, aber nicht mehr so üppig wie im Juni. Die späten Blüten sind manchmal etwas struppiger, nicht so dicht gefüllt, und intensiver gelb (Abbildung 6).

Abbildung 6 Augustblüte von The Pilgrim

Diese Rose ist auch eine dankbare Schnittblume. Oft reicht ein Zweig, um eine schlanke Vase zu füllen.

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Zigeunerknabe

Abbildung 1 Rose Zigeunerknabe

Bourbonrosen wachsen in meinem Garten zu schönen Sträuchern heran. Die Rose Zigeunerknabe (Abbildung 1) ist eine der blühfreudigsten. Für ihren Namen kann sie nichts und kann ich nichts, bei ihrer Einführung vor mehr als hundert Jahren hat der Züchter Geschwind diesen Namen gewählt.

Die Blüten dieser schönen Rose sind von einem leuchtenden Weinrot und zeigen gelbe Staubgefäße. Die Farbe der Blütenblätter spielt je nach Sonneneinstahlung stärker ins Rote (Abbildung 2) oder ins Violette (Abbildung 3).

Abbildung 2 Die Rose Zigeunerknabe frisch erblüht bei trübem Wetter
Abbildung 3 Die Rose Zigeunerknabe nach sonnigen Tagen

Die Blüten duften angenehm, aber nicht sehr stark. Die Rose remontiert leider nicht. Nach dem Blütenrausch im Juni (Abbildung 4) kommen keine späteren Blüten mehr, auch nicht vereinzelt, wie bei den anderen Bourbonrosen in meinem Garten.

Abbildung 4 Rose Zigeunerknabe im Juni

Ich habe beim Setzten dieser Rose bewusst eine zart rosarote Rose dahinter gesetzt. Unerwartet hat der Nachbar dann eine blutrote Rose gleich hinter dem Zaun dazu gesetzt – das ist etwas gewagt bis dissonant. (Abbildung 4, im Hintergrund sichtbar).

Der Rosenstrauch ist den ganzen Sommer dicht und gesund belaubt und setzt im frühen Herbst kugelige und recht große Hagebutten an (Abbildung 5). Bis Weihnachten sind die Hagebutten leider nicht haltbar, sie werden schon im November hässlich braun und schrumpelig.

Abbildung 5 Hagebutten an der Rose Zigeunerknabe

Die Hagebutten stehen zu viert, fünft, sechst an den Zweigenden und besitzen eine schöne, blutrote Farbe – wenigstens jetzt passt es zur nachbarlichen Rose, die auch im Herbst manchmal noch blüht.

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Buff Beauty

Abbildung 1 Rose Buff Beauty

In meinem Garten wächst seit mehr als zehn Jahren die Rose Buff Beauty (Abbildung 1). Die Bezeichnung „Buff“ bezieht sich auf die Farbe der Blüte, es ist ein bräunliches Gelb damit gemeint, eine Farbe, wie manches Leder sie besitzt. Diese Rose zeigt ein sanftes, gedämpftes Gelb, nicht grell oder leuchtend. Das Gelb ist im Licht nicht beständig, es verblasst bei Sonneneinstrahlung in den geöffneten Blüten langsam zu Elfenbein. Buff Beauty blüht ein erstes Mal im Juni, mit einer Fülle von Blütenbüscheln in diesen sanften Farbübergängen (Abbildung 2).

Abbildung 2 Die Rose Buff Beauty im Juni

Aber auch jetzt im Herbst schiebt sie immer wieder ein wunderschönes Büschel an Blüten aus dem noch immer gesund belaubten Rosenstrauch heraus. Dieses hängt dann vor den bereits rötlich werdenden Hagebutten der Rose Direktor Benschop im Hintergrund (Abbildung 3).

Abbildung 3 Ein Blütenbüschel der Rose Buff Beauty im Herbst

Buff Beauty wurde von einer Frau, Ann Bentall, in den Handel gebracht und wahrscheinlich auch gezüchtet und wird der Gruppe der Moschata-Hybriden zugeordnet. Sie hat den dieser Klasse entsprechenden würzigen Rosenduft. Ich bemerke eine starke rosige Herznote mit Gewürznelken und etwas Pfeffer in der Basis (es soll auch Moschus dabei sein, den kenne ich aber nicht im Original, das kann ich daher nicht beurteilen). Der Duft ist sehr intensiv und bei mir im Garten, wo sie halbschattig steht, auch noch am Nachmittag deutlich wahrnehmbar.

Sie ist etwas regenempfindlich, und sie behält relativ lange ihre Blütenblätter (Abbildung 4), daher gehe ich mit der Schere immer wieder einmal zu ihr und schneide die bereits struppigen, vergilbten Blüten aus. Das regt sie auch dazu an, wirklich alle der vielen Knospen zu öffnen und verlängert die Blütezeit.

Abbildung 4 Rose Buff Beauty mit einzelnen welk werdenden Blüten

Ich würde Rosen aus der Klasse der Moschushybriden für jeden Garten empfehlen, als wunderschöne, ausladende und duftende Sträucher. Als nicht geeignet haben sie sich bei mir als Schnittrosen erwiesen, der hängende Wuchs ist dafür nicht vorteilhaft und sie verblühen leider sehr rasch.

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Bonica 82

Abbildung 1 Blüte von Bonica 82 mit umgebenden Knospen

Bonica 82 (Abbildung 1) – auch wenn diese Rose weniger schön wäre, fände ich den Namen unpassend, so unromantisch. Daher lasse ich die Zahl im weiteren Text weg. Auch wenn es irgendwann davor schon einmal eine Rose mit diesem Namen gegeben hat, ist sie für mich die Rose Bonica.

Jetzt im September ist dies einer der wenigen Rosensträucher mit einer weithin sichtbaren Menge an Blüten (Abbildung 2).

Abbildung 2 Bonica im Spätsommer, der Lavendel ist schon geerntet

Bonica beginnt spät zu blühen, erst Mitte Juni, wenn andere Rosen in meinem Garten schon verblüht sind. Die Blüten stehen in Büscheln, oft sehr ansprechende kleine „Rosensträußchen“, manchmal schwere, unförmige Blütenbüschel (Abbildung 3).

Abbildung 3 Bonica trägt die Blüten in Büscheln

Bonica hat sehr schöne Knospen (Abbildung 4).

Abbildung 4 Sich öffnende Knospe von Bonica

Sie trägt auch sehr hübsches, leicht bläuliches Laub mit eher kleinen glänzenden Fiederblättchen. Diese Laub ist sehr gesund. Sie bildet einen hübschen kleinen Strauch, wird bei mir allerdings etwas höher, als einer „Bodendeckerrose“ zuzumuten wäre. Etwa ein Meter zwanzig wird sie schon hoch, wenn ich sie nicht zurückschneide, sogar ein Meter fünfzig (aber dann wird sie auch etwas struppig, das Zurückschneiden ist schon wichtig). Ihr einziger Nachteil ist der sehr schwache Duft. Ein ganz leichtes Rosenaroma, eher herb, aber angenehm, ist manchmal merkbar.

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Madame Alfred Carriere

Abbildung 1 Blüten von Madame Alfred Carriere in Nahaufnahme

Die Rose Madame Alfred Carriere (Abbildung 1), kurz von mir und etwas absurd Madame Alfred genannt, ist eine meiner Lieblingsrosen. Geliebt vor allem jetzt im September, da sie eine der wenigen Rosen ist, die noch immer blüht und noch immer viel starkes mittelgrünes Laub trägt. Ihre Blätter sind sehr gesund. Dieses Laub duftet beim Schneiden nach Rosen, eine absolut erfreuliche Eigenschaft, da ich sie mehrmals im Jahr zurückschneide und den Duft dabei genießen kann. Sie blüht vom Mai an (wobei sie im ersten Blütenrausch hunderte Blüten trägt, siehe Abbildung 2) den ganzen Sommer hindurch, allerdings ab Juli nur mehr mit etwa zehn, zwölf Blüten gleichzeitig. Sie hat wunderbar duftende Blüten.

Abbildung 2 Der Rosenstrauch Madame Alfred Carriere Ende Mai im ersten Blütenrausch
Abbildung 3 Madame Alfred etwas später im Sommer

Madame Alfred ist, wie ich gelesen habe, eine der wenigen winterharten Noisette-Kletterrosen. Also genauer: eine bei uns in der Gegend von Wien winterharte Rose. Noisetterose heißt natürlich wunderbarer Duft, sehr blumig, sehr intensiv, mit diesem Hauch von Bitterkeit über dem stattlichen Rosenaroma, wodurch der Duft leichter erscheint und nicht so aufdringlich und obszön wie bei manch anderer älteren Rose wirkt. Noisette-Kletterrose heißt aber auch unbändige Kletterin (Abbildung 4). Sie treibt in einem warm-feuchten Sommermonat viele meterlange Triebe und hat mit der Zeit eine baumartige Struktur aufgebaut, die durch mehrfachen Schnitt von mir im Zaum gehalten wird. Das ist schon deshalb notwendig, weil sie an der Grundstücksgrenze zur Straße hin steht und unbeaufsichtigt die Straße für sich erobern würde.

Abbildung 4 Madame Alfred klettert über den Perückenstrauch

Wie die Bilder zeigen, kann Madame Alfred sich nicht ganz entscheiden, welche Farbe sie eigentlich hat. Sie ist eine weiße Rose, nein, nicht wirklich. Sie ist im Erblühen zart muschelrosa, und dann verblasst sie zu weiß, wobei ganz im Inneren ein rosa Schimmer erhalten bleibt. Es ist auch von der Sonneneinstrahlung abhängig, manchmal bleiben die Blüten zartrosa, manchmal tendieren sie leicht ins pfirsichfarbene, manchmal werden sie ganz weiß.

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Rosen

New Dawn

Abbildung 1 New Dawn verziert die Seitenwand der Terrasse

New Dawn ist eine sehr dankbare Kletterrose. Sie wuchs in meinem Garten in einer Eingewöhnungsphase von drei, vier Jahren noch eher verhalten, aber dann begann sie mit langen, stark bewehrten Trieben hoch hinaus zu wachsen und die Seitenwand meiner kleinen Terrasse zu begrünen (Abbildung 1). Was ich an dieser Rose neben ihrer Gesundheit am meisten liebe: Sie öffnet ihre Blüten spät, nach den meisten anderen Rosen in meinem Garten. Sie ermöglicht mir damit einen frischen Rosen- und Duftgenuss bis Ende Juni, Anfang Juli, wenn die einmal blühenden Strauchrosen schon im Vergehen sind.

Abbildung 2 Die halbgefüllten Blüten von New Dawn zeigen beim Öffnen gelbe Staubgefäße

New Dawn blüht in einem zarten Rosa, mit halbgefüllten Blüten, die beim vollständigen Öffnen gelbe Staubgefäße zeigen (Abbildung 2). Das gefällt den Hummeln, die sich immer wieder in diese Blüten hineinbrummen, und auch den Rosenkäfern, die hier nochmals Blütenstaub finden. Die Blüten stehen in kleinen Büscheln, die Knospen öffnen sich zuverlässig auch bei Regen und die verblühten Schönheiten „putzen“ sich gut: Sie lassen die verwelkten Blütenblätter fallen, sodass die Rose immer sauber aussieht und keine bräunlichen Blütenblattreste den Anblick stören. Der Duft ist wunderbar, nicht zu stark, ein rosiger Duft gemischt mit einem fruchtigen Aroma, das manche Menschen an Äpfel erinnert.

Abbildung 3 New Dawn im winterlichen Hagebuttenschmuck

New Dawn hat gesunde Blätter, die ab und zu Flecken bekommen, aber darunter nicht leiden und nicht abfallen. Sie bekleiden die Rose bis zum Herbst, wenn die üppigen roten Hagebutten gebildet werden – natürlich nur, wenn die Blüten nicht alle abgeschnitten wurden. Da die Rose bei mir nur einen einzigen wirklich üppigen Blütenrausch im Juni zeigt und nur mit einzelnen Blütentrieben nachblüht (auch nicht üppiger, wenn ich sie stärker zurückschneide), lasse ich viele der Blütenstände stehen und freue mich an den Hagebutten bis in den Winter hinein (Abbildung 3).

Abbildung 4 New Dawn ist eine stachelige Schönheit

Heute, mit vieljähriger Erfahrung mit unterschiedlichsten Rosen, würde ich diese stachelige Schönheit (Abbildung 4) wohl nicht mehr so nah an die Terasse und damit zum Eingang meines kleinen Gartenhauses setzen. Die großen, rötlichen, leicht gebogenen Stacheln sitzen recht dicht an den Trieben und kratzen schon einmal beim Vorbeigehen an den Armen oder verhängen sich in der Kleidung. Ich breche sie daher im unmittelbaren Bereich des Gehwegs und der Terasse von den Zweigen, das scheint der Rose nichts auszumachen.

Abbildung 5 Vermehrung durch Steckling bei New Dawn gelungen

Von Rosen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, versuche ich, Stecklinge zu machen. Ich schneide im Juni einen frischen, grünen, aber schon festen Trieb ab, zerteile ihn in Stücke von etwa 20 cm, entferne die unteren Blätter. Dann stecke ich die Triebe in einen größeren Topf mit guter Blumenerde, sodass etwa 10 cm (zwei Blätter) herausschauen. Dann kommt der Topf an eine schattige Stelle im Garten. Und dann heißt es, Geduld zu haben, und mit Gefühl (nicht zuviel) zu gießen. Erst im nächsten Frühjahr kann ich dann sagen, ob ich Erfolg hatte. Und bei New Dawn ist es geglückt: Einer der Stecklinge hat im Frühjahr ausgetrieben. Er blieb noch bis zum Herbst, sorgfältig gepflegt, im Topf. Und dann habe ich ihn neben die alte Lärche gesetzt, New Dawn sollte auf den großen Baum hinauf wachsen. Nun, die Lärche musste ich 2021 umschneiden lassen, aber die Rose wächst, und wird sich nun in den Hollerstrauch und den Essigbaum hinein erstrecken.

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Rosen

Fantin Latour

Abbildung 1 Blüten von Fantin Latour, einer Zentifolie

Fantin Latour ist einer der dankbarsten Rosensträucher in meinem Garten. Er wächst auf sehr trockenem, schottrig-sandigem Untergrund. Er wird kaum jemals gegossen. Er hat dunkelgrünes, glänzendes, sehr gesundes Laub. Die einzige Plage sind in manchen Jahren die Blattrollwespen, die einige Wochen im April oder Anfang Mai die Blätter dazu bringen, sich zu kleinen Röllchen zu formen. Dieser Rosenstrauch blüht früh, er blüht in unglaublicher Schönheit (Abbildung 1) und Fülle (Abbildung 2), und er blüht mehrere Wochen lang – aber leider nur einmal im Jahr. Ab Juli ist dieser Rosenstrauch dann ein dunkelgrüner, gut belaubter Busch, der seine neuen Triebe auch in den darüber stehenden Ringlottenbaum schiebt.

Abbildung 2 Fantin Latour als Strauch

Die Blüten von Fantin Latour duften wunderbar, sehr rosig und trotzdem leicht und nicht zu süßlich. Sie halten als Schnittblumen nicht besonders gut, aber zwei Tage lang liefern sie romantische Fülle und Duft auch in der Vase.

Im Herbst schneide ich die allerlängsten Triebe zurück, im späten Winter kürze ich den Strauch auf etwa 1.80 m Höhe ein, und im Sommer nach der Blüte werden verwelkte Blütenstände und ältere, vergreiste Blütentriebe weggeschnitten. Hagebutten bildet diese Rose kaum, daher ist es kein Unglück, wenn die verblühten Spitzen weggeschnitten werden. Es tut dem Anblick und dem Aufgehen weiterer Blüten auch gut, wenn die Blütenblätter der verwelkten Blumen entfernt werden – sie lassen sich mit einem Griff abzupfen. Ich sammle sie in einem Kübel und mache gemischt mit Brennesseln eine Dünge-Jauche daraus, die überraschend wohlriechend ist, da sie von einer hauchdünnen Schicht Rosenöl bedeckt ist.

Die Rose ist ein Findelkind, sie wurde in einem alten Garten gefunden und dort als „best garden rose“ besonders geliebt. Benannt wurde sie dann nach dem Maler Henri Fantin-Latour, der unter anderem lebhafte Blumenbilder geschaffen hat. Sie wird den Zentifolien, den „hundertblättrigen“ Rosen zugeordnet, allerdings ist sie wahrscheinlich deutlich jünger als die meisten anderen Zentifolien und besitzt auch Gene anderer Rosenarten.

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Westerland

Abbildung 1 Die wunderschönen Blüten der Rose Westerland

Diese auffallend gefärbte Strauchrose (Abbildung 1) hat sich in meinem Garten eindeutig zum Klettern entschlossen. Sie ist aus zwei kleinen, netten Sträuchern (Abbildung 2) zu zwei nicht zu bändigenden Riesensträuchern mit bösen Stacheln gewachsen. Die Entscheidung, sie über einen Rosenbogen zu ziehen, war erfolgreich: Es ist nun ein rosenumkränzter Durchgang von der Sonnenuhr zum Weg am Gartenzaun, der von Mai bis November mit immer neuen leuchtend orangen Blüten und herrlichem Duft erfreut.

Abbildung 2 Die Strauchrose Westerland im Jahr 2003
Abbildung 3 Westerland kletternd über den Rosenbogen

Diese moderne Strauchrose überrascht mit einem starken, wunderbar rosigen Duft, der weit trägt. Im Jahr 2024 wurde sie von Besucherinnen und Besuchern meines Gartens zur „Duftkönigin“ gewählt. Die Blüten duften auch noch am Nachmittag stark und süß, wenn einige der alten Rosen ihren Duft bereits verströmt haben.

Im Frühjahr, zur Forsythienblüte, wird dieser Rosenstrauch stark geschnitten, damit nicht ein undurchdringliches Hindernis statt eines lieblichen Durchgangs entsteht (Abbildung 4).

Abbildung 4 Links die Rose Westerland nach dem Rückschnitt im Frühjahr

Wunderschön sind Blicke von verschiedenen Seiten auf den riesigen Rosenstrauch: Einerseits ein rotoranges Feuer gemeinsam mit dem rotlaubigen Perückenstrauch (Abbildung 5), dann das sanftere Zusammenklingen mit der zarter gefärbten Kletterrose Ghislaine der Feligonde (Abbildung 6) und schließlich zu Beginn der Blütezeit der Gegensatz zu den blauvioletten Irisblüten (Abbildung 7).

Abbildung 5 Westerland vor dem rotblättrigen Perückenstrauch
Abbildung 6 Westerland und Ghislaine de Feligonde
Abbildung 7 Westerland hinter den violetten Iris

Als Schnittrose ist sie leider nicht lange haltbar, sie erfreut aber mit solch köstlichem Duft, dass sie trotzdem auch das eine oder andere Zimmer damit füllen soll.

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Charles de Mills

Abbildung 1 Eine Blüte von Charles de Mills inklusive einer Krabbenspinne

Was für ein wüchsiger kleiner Rosenstrauch! Diese Gallica-Rose bleibt nicht an einem Ort, sie erobert langsam das gesamte Beet. Wie sie das macht? Sie bildet munter Ausläufer, die rundherum aus der Erde sprießen und meist schon im zweiten Jahr blühen.

Ich habe sie im Kiesbeet gepflanzt. Der Standort ist trocken, unfruchtbar; bereits in 10 cm Tiefe gibt es nur mehr groben Schotter und keine Erde mehr. Sie blüht an diesem Standort nicht besonders üppig, aber sie trägt den ganzen Sommer und Herbst gesundes Laub und ihre Einzelblüten sind einfach grandios.

Die ersten Jahre war ich unzufrieden, auch mit den Blüten, die klein, zerzaust und sehr schnell verblüht waren. Aber sie hat sich sehr gut entwickelt, bildet jetzt einen anmutigen Strauch und ist als einzige dort ausharrende Rose zu einem Schmuckstück des Kiesbeets geworden.

Abbildung 2 Charles de Mills im Kiesbeet

Charles de Mills ist sehr alt, älter als wir alle. Diese Rose ist wahrscheinlich identisch mit der Gallica-Rose Bizarre Triomphante, die bereits im 17. Jahrhundert beschrieben wurde. Sie gilt als eine der besten alten Rosen und wurde 2015 sogar zur Weltrose ernannt.

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Candia

Abbildung 1 Blüten von Candia

Beim Praskac habe ich diese dankbare und robuste Rose unter dem Namen „Candia“ gekauft. Sonst findet sie sich unter der längeren Bezeichnung „Candia Meidiland“. Sie hat wohlverdient die ADR-Prüfung bestanden. In meinem Garten steht sie am Nordhang eher halbschattig. Auch unter diesen Bedingungen ist die kleine Strauchrose blattgesund und blühfreudig (Abbildung 2). Ihre reinroten Blüten mit dem weißen Zentrum und den gelben Staubgefäßen (Abbildung 1) wirken sehr fröhlich. Sie halten sich in der Vase gut, auch die Knospen an den Stielen blühen noch auf. Bis in den November hinein kann ich von dieser Rose Blüten schneiden.

Abbildung 2 Candia im Juni

Mit den anderen roten Rosen habe ich sie ganz an den Ostrand meines Hanges verbannt, da sich das Rot dieser modernen Rosen nicht mit den Purpur- und Rosatönen der alten Rosen verträgt. Nur eine einzige alte Rose, die üppige, weiße Madame Plantier, setzt einen passenden Kontrast zur roten Farbenpracht.

Abbildung 3 Der rote Garten am Hang

Diese hübsche Rose hat einen Nachteil: Sie duftet gar nicht. Damit ist sie allerdings eine der Lieblingsrosen meines Mannes, der intensiven Rosenduft nicht mag.

Abbildung 4 Hummelbesuch auf Candia

Angeblich wird sie von Bienen nicht angeflogen. Aber zumindest einen Hummelbesuch habe ich dokumentiert (Abbildung 4).

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