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Rosen

New Dawn

Abbildung 1 New Dawn verziert die Seitenwand der Terrasse

New Dawn ist eine sehr dankbare Kletterrose. Sie wuchs in meinem Garten in einer Eingewöhnungsphase von drei, vier Jahren noch eher verhalten, aber dann begann sie mit langen, stark bewehrten Trieben hoch hinaus zu wachsen und die Seitenwand meiner kleinen Terrasse zu begrünen (Abbildung 1). Was ich an dieser Rose neben ihrer Gesundheit am meisten liebe: Sie öffnet ihre Blüten spät, nach den meisten anderen Rosen in meinem Garten. Sie ermöglicht mir damit einen frischen Rosen- und Duftgenuss bis Ende Juni, Anfang Juli, wenn die einmal blühenden Strauchrosen schon im Vergehen sind.

Abbildung 2 Die halbgefüllten Blüten von New Dawn zeigen beim Öffnen gelbe Staubgefäße

New Dawn blüht in einem zarten Rosa, mit halbgefüllten Blüten, die beim vollständigen Öffnen gelbe Staubgefäße zeigen (Abbildung 2). Das gefällt den Hummeln, die sich immer wieder in diese Blüten hineinbrummen, und auch den Rosenkäfern, die hier nochmals Blütenstaub finden. Die Blüten stehen in kleinen Büscheln, die Knospen öffnen sich zuverlässig auch bei Regen und die verblühten Schönheiten „putzen“ sich gut: Sie lassen die verwelkten Blütenblätter fallen, sodass die Rose immer sauber aussieht und keine bräunlichen Blütenblattreste den Anblick stören. Der Duft ist wunderbar, nicht zu stark, ein rosiger Duft gemischt mit einem fruchtigen Aroma, das manche Menschen an Äpfel erinnert.

Abbildung 3 New Dawn im winterlichen Hagebuttenschmuck

New Dawn hat gesunde Blätter, die ab und zu Flecken bekommen, aber darunter nicht leiden und nicht abfallen. Sie bekleiden die Rose bis zum Herbst, wenn die üppigen roten Hagebutten gebildet werden – natürlich nur, wenn die Blüten nicht alle abgeschnitten wurden. Da die Rose bei mir nur einen einzigen wirklich üppigen Blütenrausch im Juni zeigt und nur mit einzelnen Blütentrieben nachblüht (auch nicht üppiger, wenn ich sie stärker zurückschneide), lasse ich viele der Blütenstände stehen und freue mich an den Hagebutten bis in den Winter hinein (Abbildung 3).

Abbildung 4 New Dawn ist eine stachelige Schönheit

Heute, mit vieljähriger Erfahrung mit unterschiedlichsten Rosen, würde ich diese stachelige Schönheit (Abbildung 4) wohl nicht mehr so nah an die Terasse und damit zum Eingang meines kleinen Gartenhauses setzen. Die großen, rötlichen, leicht gebogenen Stacheln sitzen recht dicht an den Trieben und kratzen schon einmal beim Vorbeigehen an den Armen oder verhängen sich in der Kleidung. Ich breche sie daher im unmittelbaren Bereich des Gehwegs und der Terasse von den Zweigen, das scheint der Rose nichts auszumachen.

Abbildung 5 Vermehrung durch Steckling bei New Dawn gelungen

Von Rosen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, versuche ich, Stecklinge zu machen. Ich schneide im Juni einen frischen, grünen, aber schon festen Trieb ab, zerteile ihn in Stücke von etwa 20 cm, entferne die unteren Blätter. Dann stecke ich die Triebe in einen größeren Topf mit guter Blumenerde, sodass etwa 10 cm (zwei Blätter) herausschauen. Dann kommt der Topf an eine schattige Stelle im Garten. Und dann heißt es, Geduld zu haben, und mit Gefühl (nicht zuviel) zu gießen. Erst im nächsten Frühjahr kann ich dann sagen, ob ich Erfolg hatte. Und bei New Dawn ist es geglückt: Einer der Stecklinge hat im Frühjahr ausgetrieben. Er blieb noch bis zum Herbst, sorgfältig gepflegt, im Topf. Und dann habe ich ihn neben die alte Lärche gesetzt, New Dawn sollte auf den großen Baum hinauf wachsen. Nun, die Lärche musste ich 2021 umschneiden lassen, aber die Rose wächst, und wird sich nun in den Hollerstrauch und den Essigbaum hinein erstrecken.

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