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Rosen

Fantin Latour

Abbildung 1 Blüten von Fantin Latour, einer Zentifolie

Fantin Latour ist einer der dankbarsten Rosensträucher in meinem Garten. Er wächst auf sehr trockenem, schottrig-sandigem Untergrund. Er wird kaum jemals gegossen. Er hat dunkelgrünes, glänzendes, sehr gesundes Laub. Die einzige Plage sind in manchen Jahren die Blattrollwespen, die einige Wochen im April oder Anfang Mai die Blätter dazu bringen, sich zu kleinen Röllchen zu formen. Dieser Rosenstrauch blüht früh, er blüht in unglaublicher Schönheit (Abbildung 1) und Fülle (Abbildung 2), und er blüht mehrere Wochen lang – aber leider nur einmal im Jahr. Ab Juli ist dieser Rosenstrauch dann ein dunkelgrüner, gut belaubter Busch, der seine neuen Triebe auch in den darüber stehenden Ringlottenbaum schiebt.

Abbildung 2 Fantin Latour als Strauch

Die Blüten von Fantin Latour duften wunderbar, sehr rosig und trotzdem leicht und nicht zu süßlich. Sie halten als Schnittblumen nicht besonders gut, aber zwei Tage lang liefern sie romantische Fülle und Duft auch in der Vase.

Im Herbst schneide ich die allerlängsten Triebe zurück, im späten Winter kürze ich den Strauch auf etwa 1.80 m Höhe ein, und im Sommer nach der Blüte werden verwelkte Blütenstände und ältere, vergreiste Blütentriebe weggeschnitten. Hagebutten bildet diese Rose kaum, daher ist es kein Unglück, wenn die verblühten Spitzen weggeschnitten werden. Es tut dem Anblick und dem Aufgehen weiterer Blüten auch gut, wenn die Blütenblätter der verwelkten Blumen entfernt werden – sie lassen sich mit einem Griff abzupfen. Ich sammle sie in einem Kübel und mache gemischt mit Brennesseln eine Dünge-Jauche daraus, die überraschend wohlriechend ist, da sie von einer hauchdünnen Schicht Rosenöl bedeckt ist.

Die Rose ist ein Findelkind, sie wurde in einem alten Garten gefunden und dort als „best garden rose“ besonders geliebt. Benannt wurde sie dann nach dem Maler Henri Fantin-Latour, der unter anderem lebhafte Blumenbilder geschaffen hat. Sie wird den Zentifolien, den „hundertblättrigen“ Rosen zugeordnet, allerdings ist sie wahrscheinlich deutlich jünger als die meisten anderen Zentifolien und besitzt auch Gene anderer Rosenarten.

Fotos von Fantin Latour zum Durchblättern