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Igel

Video 1 Unterschiedliche Igel in meinem Garten, im Frühjahr 2023 mit der Wildkamera in der Nacht aufgenommen

Jede Nacht, ab April bis in den Oktober hinein, schlurfen und schmatzen Igel durch meinen Garten. Sie werden von der Wildkamera vor allem beim Trinken immer wieder erwischt. Da dies immer in der Nacht ist, nimmt die Kamera nur Schwarz-Weiß-Filme auf (Video 1, obenstehend).

Sie schlafen wahrscheinlich meist oben am Hang in den Altholzhaufen. Aber ich habe einen schlafenden Igel auch schon in einem kleinen Haufen verdorrter Irisblätter gleich neben dem Haus aufgeschreckt, der ist dann am helllichten Tag wegmarschiert – daher auch Fotos am Tag (Abbildung 1). Bei den Igeln in meinem Garten kann es sich um Braunbrustigel oder Weißbrustigel (Erinaceus europaeus und Erinaceus roumanicus) handeln. Da ich sie noch nie hochgenommen habe, kann ich es von den Bildern her nicht ganz sicher sagen, es könnten vom Verbreitungsgebiet her beide sein.

Abbildung 1 Igel am Tag, im Versteck unabsichtlich aufgeschreckt

Wenn ich die Igel in der Nacht fotografieren möchte, warte ich ruhig liegend in der Hängematte, bis ich sie höre. Sehen kann ich sie meist nicht gleich, es ist sehr finster und in meinem Garten gibt es kein künstliches Licht. Für das Fotografieren ist es notwendig, dass ich mich bewege, manchmal auch aufstehe und in die Richtung gehe, aus der ich das Schmatzen oder Kratzen gehört habe. Das bringt sie entweder zum Erstarren, und das schaffen sie dann mehrere Minuten lang. Wenn ich Glück habe, finde ich sie dann irgendwo ruhig sitzend. Dann habe ich die Chance auf ein statisches Igelfoto (Abbildung 2).

Abbildung 2 Der Igel ist erstarrt stehengeblieben

Oder sie laufen überraschend schnell davon und verstecken sich – dann habe ich überhaupt das Nachsehen (Abbildung 3).

Abbildung 3 Der Igel hat mich gehört und läuft in ein Versteck

Im heißen Hochsommer warte ich oft in der Nähe der Vogeltränke auf den nächtlichen Gast. Dort kommt des Öfteren ein Igel vorbei und nimmt ab und zu, wie zu sehen ist, neben einem Schluck Wasser auch gleich ein Fußbad (Abbildung 4).

Abbildung 4 Igel im Hochsommer in der Vogeltränke

Wo sind sie im Winter? Vor zwei Jahrzehnten habe ich im Frühling in meinem Kompost bei Umsetzen im März einen Igel ausgegraben. Ich habe ihn gleich wieder in einen Haufen Blätter gehüllt, aber einige Wochen später musste ich feststellen, dass er das nicht überlebt hat. Seither gilt für mich: Der Komposthaufen bleibt von Oktober bis April unberührt, ich setzte erst Ende April den alten Haufen um. Aber es muss zum Überwintern scheinbar nicht immer ein Komposthaufen sein. Heuer im Frühjahr habe ich unter einem Laubhaufen, mit dem ich den Wurzelbereich um eine empfindliche Pflanze vor Frost geschützt habe, einen Igel vorgefunden, halb in die Erde eingegraben. Es war schon Anfang April, und dieser dürfte das Aufschrecken überlebt haben. Aber vielleicht war er schon aus dem Winterschlaf erwacht und hat dort einfach ein Nachtlager gesucht.