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Goldglänzender Rosenkäfer

Der Goldglänzende Rosenkäfer (Cetonia aurata) ist ein treuer Bewohner meines Gartens. Die ausgewachsenen Käfer finden sich von der Zeit der Pfingstrosenblüte an bis hin zur Zeit der Birnenreife als grün-gold-schimmernde Ovale an Blüten, an Früchten, an Bäumen. Die Larven, im Aussehen den Engerlingen des Maikäfers sehr ähnlich, finden sich beim Umgraben des Komposthaufens. Sie habe aber kürzere Beinchen und eine auffällige Besonderheit: Wenn sie am Boden liegend flüchten, legen sie sich auf den Rücken und robben davon.

Abbildung 1 Goldglänzende Rosenkäfer in der Blüte einer ungefüllten Pfingstrose

Vor der Rosenblüte finden sich die Käfer jedes Jahr gemeinsam mit ihrem Verwandten, dem Trauerrosenkäfer, auf den ungefüllten Pfingstrosen ein (Abbildung 1), wo sie die gelben Staubgefäße fressen und die Schönheit dieser eleganten Blüten damit wesentlich beeinträchtigen können. Auf der frühblühenden Rosa hugonis sind sie ebenfalls verlässlich zu finden und auch der blühende Weißdorn zieht sie magisch an. Und dann, zur Zeit der Rosenblüte, ist der Garten ein wahres Schlaraffenland, mit tausenden ungefüllten Blüten, die ihnen Staubgefäße hinhalten (Abbildung 2).

Abbildung 2 Rosenkäfer bedient sich an einer Blüte der Rose Bonica 82

In meinem Garten sind sie trotz der leichten Schäden, die die ausgewachsenen Käfer anrichten, willkommen. Die Larven ernähren sich angeblich nur von Mulm, fressen also keine lebenden Wurzeln an, wie dies beispielsweise die Engerlinge der Maikäfer tun. Das wird auch dadurch bestätigt, dass die Larven der Goldglänzenden Rosenkäfer in meinem Garten im Komposthaufen zu finden sind. Die großen Käfer sind hübsch und bleiben von der Anzahl her auch ohne mein Eingreifen in einem erträglichem Ausmaß. Ob sie Flugkünstler sind – nun ja, da scheiden sich die Geister. Sie können, anders als andere Käfer, die Hautflügel unter den geschlossenen Flügeldecken ausschieben und ihr Flug wird dadurch besonders. Sie fliegen oft im Garten herum, aber nur kurze Strecken. Sie starten elegant von den Blüten weg (Abbildung 3).

Abbildung 3 Vom Blütenstaub gesättigter Goldglänzender Rosenkäfer putzt sich und hebt ab

Aber der Flug wirkt nicht ganz so kontrolliert wie bei anderen Insekten, wie Libellen, Bienen, Fliegen, Wespen. Sie brummen auch deutlich und erschrecken damit manche menschlichen Gäste, die nicht sofort wahrnehmen, dass die auf sie zufliegenden Brummer nur Käfer sind, die nicht beißen oder stechen können. Einige Standbilder aus dem Film vom Abheben des Käfers zeigen, wie die unter den Flügeldecken liegenden Hautflügel seitlich herausschauen, und wie der Käfer, ohne die Flügeldecken auszubreiten, fliegen kann.

Dass Rosenkäfer auch süße Früchte mögen, zeigt sich, wenn die Birnen reifen (Abbildung 4). Dann sitzen sie, oft gemeinsam mit Hornissen, Wespen und anderen Käfern, auf angestochenen Birnen und genießen einmal etwas anderes als zarte Blütenteile. Wobei das Foto nicht ganz sicher eine Bestimmung als Goldglänzender Rosenkäfer zulässt, die weißen Markierungen sind nicht erkennbar. Ebenso auf dem Bild, auf dem zwei Rosenkäfer am Baumsaft naschen: Wer seid ihr genau? Es gäbe ja auch noch andere Rosenkäfer …

Abbildung 4 Rosenkäfer in reifer Birne
Abbildung 5 Rosenkäfer naschen am Baumsaft